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33 °C, kaum Regen und trotzdem grüne Koppeln? Die Erfahrungen vom Abfalterhof

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Viele Pferdeweiden sind nach Wochen ohne Regen braun und lückig. Am Abfalterhof in Kematen zeigt sich ein anderes Bild: Trotz 33 °C bleiben die Koppeln erstaunlich grün. Dahinter steckt kein Zufall, sondern ein durchdachtes Weidemanagement.

Grashalme

Grüne Koppeln entstehen Monate vor der ersten Hitzewelle

Wer im August eine widerstandsfähige Pferdeweide haben möchte, muss deutlich früher ansetzen. Für Nina beginnt die Grundlage bereits bei der Einsaat.

Nach dem Umzug auf den neuen Betrieb wurde bewusst eine eigene Pferdeweidemischung gewählt. Der Fokus lag dabei nicht auf maximalem Ertrag, sondern auf einer für Pferde geeigneten Zusammensetzung mit einem möglichst passenden Pflanzenbestand. Ziel war eine robuste Grasnarbe, die auch stärkerer Belastung und schwierigen Wetterbedingungen standhalten kann. 

Heute zeigt sich der Unterschied deutlich. Wo früher Flächen schnell kurzgefressen und zertreten waren, steht mittlerweile eine dichte und belastbare Grasnarbe. Genau diese geschlossene Pflanzendecke hilft dabei, Trockenperioden deutlich besser zu überstehen. 

Auf die Frage nach ihrem Geheimnis für die grünen Koppeln trotz großer Hitze antwortet Nina überraschend knapp:

„Ein guter Samen.“

Natürlich ist die Saatgutmischung allein nicht für den Erfolg verantwortlich. Doch sie bildet das Fundament. Nur wenn die richtigen Gräser und Kräuter auf der Fläche wachsen, kann sich langfristig eine stabile Grasnarbe entwickeln.

Eine schwache Einsaat fällt oft erst dann auf, wenn die Bedingungen schwierig werden. In regenreichen Jahren können viele Mängel verborgen bleiben. Kommen jedoch Trockenheit, intensive Nutzung und hohe Temperaturen zusammen, zeigen sich die Unterschiede sehr deutlich.

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Nachts auf die Weide statt in der Mittagshitze

Ein entscheidender Baustein am Abfalterhof ist die Nutzung der Weideflächen.

Während viele Pferde tagsüber auf den Koppeln stehen, verfolgt Nina im Sommer ein anderes Konzept. Die Pferde kommen überwiegend nachts auf die Weide. Tagsüber befinden sie sich im Stall und die Flächen erhalten eine wertvolle Erholungsphase.

Dadurch entsteht weniger Dauerbelastung für den Pflanzenbestand. Gerade in längeren Trockenphasen kann jede zusätzliche Ruhezeit helfen, die Regeneration der Gräser zu unterstützen.

Gleichzeitig beobachtet Nina ihre Flächen laufend. Die Weide wird nicht einfach geöffnet und sich selbst überlassen. Stattdessen wird regelmäßig kontrolliert, wie sich Bestand, Wachstum und Belastung entwickeln.

Die eigentliche Gefahr steht oft direkt auf der Koppel

Viele Pferdehalter machen die Trockenheit allein für schlechte Weiden verantwortlich. Am Abfalterhof zeigt sich jedoch, dass häufig ein anderer Faktor entscheidend ist: Übernutzung.

Wird eine Fläche dauerhaft zu kurz gefressen, verliert die Grasnarbe ihre Widerstandskraft. Offene Stellen entstehen, unerwünschte Pflanzen können sich ausbreiten und die Regeneration wird immer schwieriger.

Deshalb zieht Nina eine klare Grenze. Sobald eine Fläche zu stark abgefressen ist, bleiben die Pferde vorübergehend von der Weide fern. Erst wenn sich der Bestand ausreichend erholt hat, wird die Fläche wieder genutzt.

Diese Entscheidung ist manchmal nicht populär. Langfristig zahlt sie sich jedoch aus. Denn eine geschonte Weide kann sich regenerieren. Eine dauerhaft überbeanspruchte Fläche verliert dagegen Jahr für Jahr an Qualität.

Positive Rückmeldungen statt Diskussionen

Wer einen Einstellbetrieb führt, kennt die Herausforderung: Jede Einschränkung bei der Weidenutzung kann Fragen aufwerfen.

Nina macht hier die Erfahrung, dass Transparenz entscheidend ist. Sie kommuniziert offen, warum Weiden zeitweise geschlossen werden und warum eine Erholung der Flächen notwendig ist. Die Gesundheit der Pferde steht dabei immer im Mittelpunkt.

Die Reaktionen ihrer Einsteller sind überwiegend positiv. Schließlich möchte niemand riskieren, dass die Pferde durch schlechte Weidebedingungen oder ungeeigneten Pflanzenbestand gesundheitliche Probleme entwickeln.

Belastbare Weiden entstehen durch viele kleine Maßnahmen

Wer die Koppeln am Abfalterhof betrachtet, erkennt schnell: Es gibt keinen einzelnen Trick.

Der Erfolg entsteht vielmehr aus der Kombination mehrerer Maßnahmen:

1. Eine auf Pferde abgestimmte Saatgutmischung

2. Eine dichte und belastbare Grasnarbe

3. Regelmäßige Kontrolle der Flächen

4. Konsequente Nachsaat bei Bedarf

5. Schonung stark beanspruchter Bereiche

6. Angepasste Weidezeiten während der Sommermonate

7. Geduld, wenn Flächen Erholung benötigen

Genau diese konsequente Pflege sorgt dafür, dass die Weiden auch unter schwierigen Bedingungen leistungsfähig bleiben.

Weniger Kopfweh als schönstes Ergebnis

Besonders bemerkenswert ist, dass Nina den größten Vorteil ihrer heutigen Weidestrategie nicht in Zahlen oder Erträgen beschreibt. Auf die Frage, was sich persönlich für sie verändert hat, antwortet sie:

„Weniger Kopfweh.“ 

Sie weiß heute, was auf ihren Flächen wächst. Die Grasnarbe ist dicht, die Weiden sind belastbar und die Pferde finden auf den Koppeln stabile Bedingungen vor. Das reduziert Sorgen und schafft die Grundlage für eine langfristig gesunde Pferdehaltung. 

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Zusammengefasst

Trockenheit lässt sich nicht verhindern. Die Widerstandsfähigkeit einer Pferdeweide dagegen schon.

Die Erfahrungen vom Abfalterhof zeigen, dass grüne Koppeln selbst während heißer Sommer möglich sind. Entscheidend ist dabei nicht eine einzelne Maßnahme, sondern das Zusammenspiel aus passender Saatgutmischung, konsequenter Pflege und einem Weidemanagement, das den Bedürfnissen von Pferd und Pflanze gleichermaßen gerecht wird. 

Wer seine Weide nicht bis an die Belastungsgrenze nutzt, regelmäßig kontrolliert und auf einen passenden Pflanzenbestand achtet, schafft die Grundlage für gesunde Pferde und belastbare Flächen – auch dann, wenn das Thermometer tagelang über 30 °C anzeigt.

Autor: Markus Schwarzenberger | Veröffentlicht am 24.08.2026

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