Betroffen sind unter anderem:
- Deutsches Weidelgras
- Wiesenschwingel
- Wiesenlieschgras
- Knaulgras
- Rohrschwingel
- Bastardweidelgras
- Welsches Weidelgras

Noch vor wenigen Jahren waren viele Gräserarten reichlich verfügbar. Hohe Lagerbestände und ein großer Wettbewerbsdruck sorgten für eine komfortable Versorgungssituation. 2026 hat sich dieses Bild jedoch grundlegend gewandelt.
Die langanhaltende Dürre traf große Teile Europas. Futterflächen litten unter Wassermangel, während vielerorts auch die Maisbestände deutlich hinter den Erwartungen zurückblieben. Zahlreiche Betriebe mussten kurzfristig zusätzliche Futterquellen erschließen, um die Versorgung ihrer Tiere sicherzustellen. Dadurch stieg die Nachfrage nach Futtergräsern sprunghaft an.
Gleichzeitig werden nun die Folgen vergangener Jahre sichtbar. Aufgrund hoher Lagerbestände wurden die Vermehrungsflächen vieler Gräserarten deutlich reduziert. Die damals wirtschaftlich nachvollziehbare Entscheidung führt heute dazu, dass wesentlich weniger Saatgut verfügbar ist.
Was viele heute erleben, ist das Ergebnis mehrerer Faktoren, die gleichzeitig zusammenkommen:
Damit hat sich die Perspektive für die Landwirtschaft innerhalb weniger Monate spürbar verändert. Auf einmal wird Verfügbarkeit wieder zum entscheidenden Thema.
Viele zentrale Arten im Dauergrünland und Futterbau sind nur noch eingeschränkt verfügbar.
Betroffen sind unter anderem:
Bei zahlreichen Arten sind Lagerbestände bereits aufgebraucht. Teilweise ist sogar die neue Ernte schon weitgehend vorverkauft. Besonders deutlich wird dies beim Welschen Weidelgras, Deutschem Weidelgras und Knaulgras.
Die Situation zeigt sich auch auf den Flächen. Die Dürre hat vielerorts deutliche Schäden verursacht.
Was bedeutet das in der Praxis?
Früher standen häufig mehrere Optionen zur Verfügung. Heute gewinnt die Frage der Verfügbarkeit zunehmend an Bedeutung. Wer bestimmte Mischungen oder Sorten für seinen Betrieb benötigt, sollte deutlich früher planen als in den vergangenen Jahren.
Für viele Betriebe war Saatgut bislang ein Thema, das relativ kurzfristig erledigt werden konnte. Die aktuelle Marktlage verlangt jedoch mehr Weitblick.
Laut dem Marktbericht von Feldsaaten Freudenberger sind die Zeiten großer Überbestände vorerst vorbei. Die verfügbare Ware wird unmittelbar benötigt, um den laufenden Bedarf zu decken. Gleichzeitig sorgen steigende Produktionskosten und geringere Erträge dafür, dass kurzfristig nicht mit einer Rückkehr zu den Preisniveaus vergangener Jahre gerechnet wird.
Für die Saison 2027 bedeutet das:
Eine frühzeitige Planung schafft:
Deshalb empfehlen wir Grünlandbetrieben bereits im Februar den Kontakt zu suchen und den Bedarf für die kommende Saison frühzeitig zu besprechen.
Viele Grünlandflächen haben durch Trockenperioden, Nutzung und natürliche Alterung an Leistung verloren. Häufig entstehen Lücken in der Grasnarbe. Wertvolle Gräser gehen zurück, während unerwünschte Arten zunehmen.
Die Folgen zeigen sich häufig durch:
Damit du 2027 erfolgreich in dein Saatgutjahr starten kannst solltest du dich daher frühzeitig um deine Nachsaatmischungen kümmern. Die beste Nachsaatmischung kann ihr Potenzial nur entfalten, wenn auch deine Standortbedingungen stimmen.
Viele Probleme auf Grünlandflächen werden zunächst auf die Witterung geschoben. In der Praxis zeigt sich jedoch häufig ein anderes Bild. Nährstoffungleichgewichte, ungünstige pH-Werte oder versteckte Versorgungsprobleme können die Entwicklung hochwertiger Gräser massiv beeinträchtigen.
Wer seinen Boden kennt, kann deutlich gezielter entscheiden.
Eine professionelle Bodenanalyse liefert wertvolle Informationen über:
Mit der Bodenanalyse erhältst du eine fundierte Grundlage für Dünge- und Nachsaatentscheidungen. Gerade in Jahren mit knappen Saatgutressourcen gewinnt die optimale Nutzung jeder Fläche zusätzlich an Bedeutung.
Der pH-Wert gehört zu den wichtigsten Kennzahlen im Grünland.
Ist er nicht im optimalen Bereich, können Pflanzen vorhandene Nährstoffe schlechter aufnehmen. Die Folge sind häufig schwächere Bestände, geringere Konkurrenzkraft und ein reduzierter Nachsaaterfolg.
Trotzdem wird dieser Faktor auf vielen Betrieben erst berücksichtigt, wenn sichtbare Probleme auftreten.
Dabei lässt sich der pH-Wert vergleichsweise einfach kontrollieren. Denn mit dem Hellige pH-Meter kann der pH-Wert direkt vor Ort bestimmt werden.
Besonders sinnvoll ist die Kontrolle:
Wer den Boden versteht, kann Maßnahmen gezielter planen und die Erfolgschancen seiner Investitionen deutlich erhöhen.
Viele Entscheidungen für die kommende Saison triffst du bereits in den nächsten Monaten.
Wo bestehen Lücken? Welche Gräser dominieren? Welche Erträge wurden erzielt?
Die tatsächliche Versorgungslage objektiv erfassen.
Mögliche Kalkungsmaßnahmen rechtzeitig planen.
Passende Nachsaatmischungen auf Basis von Standort und Nutzungsziel auswählen. Konfiguriere deine passende Mischung oder vereinbare hier ein Beratungsgespräch.
Die Dürre 2026 war weit mehr als ein schwieriges Wetterjahr. Sie hat Entwicklungen sichtbar gemacht, die den Futterbaumarkt nachhaltig verändern. Reduzierte Vermehrungsflächen, aufgebrauchte Bestände und eine außergewöhnlich hohe Nachfrage haben dazu geführt, dass viele wichtige Futtergräser heute knapp sind.
Für dich wird die Perspektive Landwirtschaft 2027 deshalb stärker von Planung geprägt sein als in den vergangenen Jahren. Entscheidend dabei ist nicht nur die frühzeitige Planung sondern auch die Vorbereitung der Standortbedingungen.
Denn nur wer seinen Boden kennt, den pH-Wert im Blick hat und den Bedarf frühzeitig plant, schafft die Voraussetzungen für leistungsfähige Bestände und eine stabile Futterversorgung.
Nutze Herbst und Winter, um deine Flächen genau zu analysieren. Mit einer Bodenanalyse und der Kontrolle des pH-Werts legst du den Grundstein für erfolgreiche Nachsaaten und fundierte Entscheidungen im Grünlandjahr 2027.
Autor: Markus Schwarzenberger | Veröffentlicht am 14.09.2026