Stickstoff wird oft überschätzt. Er ist kein Turbo, der Wachstum erzwingt. Er wirkt nur dann, wenn das System bereit ist. Dafür braucht es aktive Wurzeln, ausreichend Bodenfeuchte und ein funktionierendes Bodenleben. Fehlt einer dieser Faktoren, bleibt ein Teil des Stickstoffs ungenutzt.
Das Ergebnis sieht im Frühjahr oft noch gut aus. Der Rasen wird schnell grün. Doch dieses Wachstum bleibt oberflächlich. Die Substanz fehlt. Und genau das zeigt sich später, wenn Hitze oder Trockenheit kommen. Mehr Stickstoff bedeutet dann nicht mehr Qualität, sondern ein schnelleres Erreichen der Belastungsgrenze.
Kalium wurde lange als klassischer Herbstnährstoff gesehen. Heute zeigt sich ein anderes Bild. Kalium ist ein zentraler Stabilitäts- und Stressnährstoff, den der Rasen über das ganze Jahr braucht. Es reguliert den Wasserhaushalt der Pflanze und stärkt die Zellstruktur.
Gerade im Frühjahr, wenn Wetterumschwünge, Trockenphasen oder starke Niederschläge auftreten, entscheidet Kalium darüber, wie widerstandsfähig der Rasen ist. Ein moderner Frühjahrsdünger denkt deshalb nicht nur an Tempo, sondern an Substanz. Ziel ist nicht schnelles Grün, sondern Vorbereitung.









